Hülya Dingel ist 58 Jahre alt und arbeitet seit November 2020 als Diplom-Ingenieurin (FH) für Hochbau bei der Stadtverwaltung Fulda. Ihr beruflicher Weg basiert auf einer großen Leidenschaft für Architektur und Bauprojekte, eine Leidenschaft, die sie bereits sehr früh entdeckt hat. „Ich wollte nie etwas anderes machen“, sagt sie rückblickend.
Geboren in der Türkei, kam Hülya Dingel im Alter von neun Jahren nach Deutschland. Hier lernte sie nicht nur Deutsch – durch Schule, Fernsehen sowie den Austausch mit Freundinnen und Freunden –, sondern entwickelte auch ihre berufliche Leidenschaft. Neben der deutschen Sprache spricht sie außerdem Türkisch, Englisch und Französisch. Auch privat ist sie vielseitig aktiv. Zu ihren Hobbys zählen Round Dance und Squaredance sowie Segeln, Kajakfahren und Wandern.
Bereits während ihres Abiturs und Studiums der Architektur arbeitete sie ab 1984 als Werkstudentin in einem Architekturbüro. Von 1994 bis 1998 befand sie sich in einem Angestelltenverhältnis, bevor sie 22 Jahre lang selbstständig tätig war. 2020 wechselte sie zur Stadt Fulda – ein Schritt, den sie als genau richtig beschreibt. Die Arbeit bei der Stadt Fulda eröffnet ihr neue fachliche und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und nach vielen Jahren der Selbständigkeit bietet die Tätigkeit im öffentlichen Dienst vor allem ein hohes Maß an Stabilität und Planungssicherheit.
Heute begleitet Hülya Dingel Bauprojekte von der ersten Idee bis zur Bauunterhaltung. Dazu gehören Bedarfs- und Entwurfsplanung, Grundlagenermittlung, Ausschreibungen, Werkplanung und Bauüberwachung. Besonders schätzt sie die Mischung aus Büroarbeit und Außendiensteinsätzen auf der Baustelle. „Die Vielseitigkeit gefällt mir am meisten“, erklärt sie. Während sie im Büro Ausschreibungen oder Rechnungen bearbeitet, steht sie auf der Baustelle im direkten Austausch mit dem handwerklichen Personal und den Projektverantwortlichen. Besonders schätzt sie dabei den Kontakt mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen.
Zwei Projekte, die Hülya Dingel besonders in Erinnerung geblieben sind, sind die Sanierung des Deutsch-Amerikanischen Sportzentrums und der Bau der Kindertagesstätte in Edelzell. Insbesondere von der Zusammenarbeit mit den Handwerksbetrieben war sie begeistert: „Die Handwerker haben das Projekt als ihr Projekt gesehen. Dadurch entstand ein echtes Miteinander beim Bauen.“ Für sie zeigen solche Erfahrungen, wie wichtig Teamgeist und gegenseitiger Respekt sind – Werte, die ihren Arbeitsalltag bis heute prägen.
Für den Beruf als Diplom-Ingenieur/in hält sie Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen und ein sicheres Auftreten für entscheidend. Denn Ingenieurinnen und Ingenieure müssen mit den unterschiedlichsten Interessen umgehen – von Handwerksbetrieben über politische Gremien bis hin zu Bürgerinitiativen. „Selbstsicherheit ist das Wichtigste und Erfahrung hilft enorm.“, sagt sie.
Was ihre Arbeit für sie so wertvoll macht: Bauprojekte hinterlassen sichtbare Spuren, Gebäude und Plätze prägen das Stadtbild über viele Jahre hinweg. Auch das Miteinander bei der Stadt Fulda schätzt Hülya Dingel sehr: Der offene Austausch, die gegenseitige Wertschätzung und das gemeinsame Ziel, immer die besten Lösungen zu finden, sorgen für ein motivierendes Arbeitsumfeld.