Vom 2. bis 6. März 2026 begaben sich unsere Nachwuchskräfte auf eine spannende und lehrreiche Bildungsreise nach Budapest. Ziel dieser Reise war es, einen tieferen Einblick in das politische System sowie die Geschichte Ungarns zu erhalten. Ein besonderes Element des Bildungsurlaubs war die „Tagespost“, die wir an jedem Tag erhielten. Darin wurden wir dazu angeregt, unser persönliches Freiheitsgefühl in unterschiedlichen Situationen widerzuspiegeln.
Am Montagmorgen starteten wir unsere Reise mit dem Zug in Richtung Budapest. Bereits während der Fahrt arbeiteten wir an verschiedenen Arbeitsaufträgen, um uns mit den politischen Regierungsstrukturen Ungarns vertraut zu machen. Dabei standen Themen wie die Staatsform Ungarns, der Aufbau von Parlament und Regierung, die Rechtsstaatlichkeit sowie Ungarns Rolle in der Europäischen Union im Mittelpunkt.
Am Dienstagvormittag erhielten wir eine Stadtführung, die uns einen ersten umfassenden Überblick über Budapest und seine bedeutenden Orte – wie beispielsweise den Heldenplatz – verschaffte. Dabei vermittelte uns die Stadtführerin zahlreiche interessante Informationen über die Stadt. Budapest wird von der Donau in zwei Teile geteilt: Buda, den hügeligen westlichen Teil, und Pest, den flachen östlichen Teil der Stadt. Im Anschluss erarbeiteten wir in Kleingruppen Präsentationen zur Geschichte Ungarns. Der Fokus lag dabei darauf, die historischen Entwicklungen nachzuvollziehen, die zur Entstehung des heutigen Regierungssystems Ungarns geführt haben.
Am Mittwoch besuchten wir die Holocaust-Gedenkstätte „Emlékközpont“. Sie ist die zentrale staatliche Institution zur Erforschung und Erinnerung an den Holocaust in Ungarn. Eine Dauerausstellung beleuchtet dort sowohl die Ursachen als auch die Verfolgung während dieser Zeit. Während der Führung thematisierte unsere Begleiterin zudem die Mitverantwortung Ungarns am Holocaust. Die Ausstellung ist mit einer ehemaligen Synagoge verbunden, die inzwischen restauriert wurde und heute das Gedenken an die Opfer des Holocausts bewahrt. Im Anschluss bearbeiteten wir weitere Arbeitsaufträge, um die Inhalte der Führung zu vertiefen und zu reflektieren.
Am Donnerstagvormittag stand eine Führung durch das Parlament in Budapest auf dem Programm. Das beeindruckende Parlamentsgebäude ist der Sitz der ungarischen Nationalversammlung, die aus 199 Abgeordneten besteht und alle vier Jahre gewählt wird. Besonders beeindruckend ist die 96 Meter hohe Kuppel des Parlamentsgebäudes. Diese Höhe erinnert an das Jahr 896 n. Chr., als die Magyaren unter Fürst Árpád in das Karpatenbecken kamen und dort ihre neue Heimat gründeten – ein Ereignis, das als Beginn des ungarischen Staates gilt. Auch die Kuppel der St.-Stephans-Basilika ist 96 Meter hoch. Dies soll symbolisieren, dass Staat und Kirche gleich wichtig sind. Anschließend erhielten wir die Aufgabe, Kurzvideos über die Bedeutung verschiedener Gedenkstätten zu erstellen. Ziel war es, die historische und gesellschaftliche Bedeutung dieser Orte besonders hervorzuheben. Am Abend ließen wir den Tag gemeinsam bei einem ungarischen Abendessen ausklingen.
Am Freitag traten wir mit dem Zug die Rückreise nach Fulda an. Während der Fahrt erstellten wir eine Fotocollage mit Wahlplakaten verschiedener ungarischer Parteien und setzten uns mit deren Inhalten auseinander. Zudem reflektierten wir die gesamte Reise mithilfe von Umfragen.
Zusammenfassend war der Bildungsurlaub für uns Nachwuchskräfte eine äußerst bereichernde Erfahrung. Durch das aktive Eintauchen in das politische System und die Geschichte Ungarns konnten wir neue Perspektiven gewinnen und ein tieferes Verständnis für politische und historische Zusammenhänge entwickeln.